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Bewährte Verfahren für die Anordnung von Verteilerkästen in industriellen Schalttafeln

Veröffentlichungszeit: Autor: ETEK Electric Besuchen Sie: 43 Teilen:

Ein unübersichtlicher Verteilerkasten ist mehr als nur ein Schandfleck – er wird bei der Fehlersuche zu einem echten Hindernis und kann aufgrund von Wärmeentwicklung die Lebensdauer teurer Komponenten erheblich verkürzen. Für Schaltschrankbauer und interne Automatisierungsteams wirkt sich eine gut geplante Anordnung direkt auf die Inbetriebnahmezeit, die Wartungskosten und die langfristige Zuverlässigkeit des Systems aus. Dieser Leitfaden fasst bewährte Praktiken aus der Praxis und relevante Normen zusammen, um Ihnen bei der Konzeption von Verteilerkästen zu helfen, die sicher, wartungsfreundlich und für zukünftige Änderungen gerüstet sind. Ein umfassendes Sortiment an Niederspannungskomponenten, die diese Layout-Praktiken unterstützen, finden Sie im Produktangebot von ETEK Electric.

Well-organized industrial distribution box interior


Trennung nach Spannung und Funktion

Die wichtigste Regel bei jeder Schalttafelanordnung ist es, Wechselstrom-Stromkreise physisch von Gleichstrom-Steuerkreisen zu trennen. Die Vermischung von 220-V- oder 380-V-Stromkreisen mit 24-V-Steuerleitungen führt zu elektromagnetischen Störungen, verursacht unnötige Sicherheitsrisiken und erschwert die Fehlersuche. Eine physische Trennung dieser Bereiche wird dringend empfohlen, und Sie sollten einen Abstand von mindestens 50 Millimetern zwischen ihnen einhalten. Diese Trennung reduziert nicht nur die Störkopplung, sondern bietet Technikern auch einen klaren visuellen Anhaltspunkt bei der Arbeit im Schaltschrank.

Eine typische Gruppierung sieht wie folgt aus:

  • Leistungsteil: Hauptschalter, Überspannungsschutzgeräte (SPD), Kompaktleistungsschalter (MCB) und Schütze.

  • Steuerungsteil: Relais, SPS und Klemmenblöcke für die Signalverdrahtung.

Wenn diese beiden Gruppen auf gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses oder auf separaten Montageplatten untergebracht werden, vereinfacht dies die Verkabelung und verringert das Risiko eines versehentlichen Kontakts mit stromführenden Teilen. Um mehr über den Unternehmenshintergrund und die Fertigungskapazitäten von ETEK zu erfahren, besuchen Sie die „Über uns“-Seite.


Ordnen Sie die DIN-Schiene entsprechend dem logischen Stromfluss an

Die 35-Millimeter-DIN-Schiene ist das Rückgrat der meisten industriellen Schalttafeln, und die Reihenfolge, in der Sie die Geräte montieren, sollte dem natürlichen Stromfluss von der Eingangsversorgung bis zu den Endlasten folgen. Ausgehend von der Eingangsseite verläuft die Reihenfolge in der Regel wie folgt:

  1. Eingangs-Anschlussblock 

  2. Haupttrennschalter oder Lasttrennschalter

  3. Überspannungsschutz mit eigenem Reserve-Fehlerstromschutzschalter

  4. Haupt-Fehlerstromschutzschalter, falls erforderlich

  5. Abzweig-Fehlerstromschutzschalter für jeden abgehenden Stromkreis

  6. Schütze oder Relais für Stromkreise, die eine Schaltsteuerung erfordern

  7. Ausgangsklemmen für Lastanschlüsse

Sie sollten alle Schienen horizontal montieren und Endanschläge anbringen, um zu verhindern, dass sich Komponenten durch Vibrationen lösen. Wenn Sie jede Funktionsgruppe auf einer separaten Schiene unterbringen, wird der Aufbau intuitiver und das Risiko von Verdrahtungsfehlern sinkt. Denken Sie daran, dass die physische Anordnung dem Schaltplan so genau wie möglich entsprechen sollte, damit jeder, der den Schaltplan liest, die einzelnen Komponenten im Gehäuse leicht finden kann. ETEK bietet ein umfassendes Produktportfolio an, das MCB, RCCB, RCBO, AFDD, Schütze, SPD und viele andere modulare Geräte umfasst, die für Standard-DIN-Schieneninstallationen geeignet sind.


Geben Sie wärmeerzeugenden Komponenten genügend Freiraum

Wärme ist einer der größten Feinde elektrischer Komponenten und steigt in der Regel nach oben, wo sie sich um Schütze, Netzteile und Transformatoren ansammelt. Wenn Sie diese Geräte zu dicht aneinander anordnen, kann die Innentemperatur des Gehäuses deutlich über die sicheren Grenzwerte steigen, was zu vorzeitigem Ausfall oder Fehlauslösungen führen kann. Als Faustregel sollten Sie folgende Mindestabstände einhalten:

  • Mindestens 20–30 mm Abstand zwischen benachbarten aktiven Bauteilen.

  • Mindestens 30 mm vertikaler Abstand über Schützen, da Wärme nach oben steigt und höher montierte Komponenten beeinträchtigen kann.

  • Bei Stromkreisen mit mehr als 100 Ampere trägt die Verwendung breiterer Sammelschienen dazu bei, den Kontaktwiderstand und lokale Erwärmung zu verringern.

Überspannungsschutzgeräte sollten niemals direkt neben großen Schützen montiert werden, da die von diesen abgestrahlte Wärme ihre Leistung beeinträchtigen kann. Sofern die IP-Schutzart des Gehäuses dies zulässt, kann die Installation eines Lüftungsventilators im oberen Bereich des Gehäuses die Luftzirkulation erheblich verbessern und die Innentemperaturen unter Kontrolle halten. Vermeiden Sie außerdem, die Lüftungsschlitze am Gehäuse zu blockieren – warme Luft muss ungehindert entweichen können. Praktische Tipps zum Schutz Ihres Schaltschranks vor Sommergewittern finden Sie in diesem Blog-Artikel zur Vermeidung von Ausfällen von Überspannungsschutzgeräten hilfreich sein.


Wählen Sie eine Verkabelungsmethode, die die Wartungsfreundlichkeit fördert

Es gibt zwei gängige Ansätze für die Verlegung interner Kabel: die Verwendung von geschlitzten Kabelkanälen oder die Verlegung von Punkt-zu-Punkt-„Luftkabeln“. Die kabelkanalbasierte Verkabelung sorgt für ein ordentliches und professionelles Erscheinungsbild und erleichtert das Hinzufügen neuer Stromkreise erheblich, da Sie neue Kabel einfach in den bestehenden Kabelkanal einführen können. Bei den meisten Mehrkreis-Schalttafeln ist dies die bevorzugte Methode, vorausgesetzt, man hält die Auslastung des Kanals unter etwa 50 Prozent, um Platz für zukünftige Erweiterungen zu lassen. Die Punkt-zu-Punkt-Verkabelung spart Platz und kann in sehr kompakten Gehäusen nützlich sein, lässt sich jedoch später nur schwer ändern, da jede Leitung einzeln verlegt und oft mit Kabelbindern fixiert wird.

Ein vernünftiger hybrider Ansatz bewährt sich in der Praxis:

  • Verlegen Sie die Stromkabel in den unteren Kabelkanälen.

  • Verlegen Sie die Signal- und Steuerkabel in den oberen Kabelkanälen.

  • Verlegen Sie Strom- und Signalkabel niemals gemeinsam in einem Kabelkanal, um elektromagnetische Störungen zu vermeiden.

Unabhängig davon, für welche Methode Sie sich entscheiden, achten Sie stets darauf, dass interne Leitungen oben an den Steckverbindern und externe Feldleitungen unten angeschlossen werden, damit sich interne und externe Kabel niemals unnötig kreuzen. Diese einfache Regel erleichtert die Rückverfolgung von Schaltkreisen bei Wartungsarbeiten erheblich.


Klemmenblöcke übersichtlich beschriften

Klemmenblöcke sind die Schnittstelle zwischen Ihrem Schaltschrank und der Außenwelt, und eine schlechte Organisation an dieser Stelle kann zu endloser Verwirrung führen. Jede Leitung muss an beiden Enden mit einer nummerierten Aderendhülse gekennzeichnet sein, und die Nummern müssen exakt mit dem Schaltplan übereinstimmen. Sie sollten spezielle Klemmenleisten für externe Kabel vorsehen, anstatt Feldleitungen direkt an Geräte anzuschließen, da dies den Austausch und die Prüfung erheblich vereinfacht. Es ist ratsam, etwa 20 Prozent der Klemmenplätze als Reserve zu reservieren, damit zukünftige Sensoren oder Aktoren angeschlossen werden können, ohne dass neue Leisten hinzugefügt werden müssen.

Es wird dringend empfohlen, die Terminals nach ihrer Funktion zu gruppieren, zum Beispiel:

  • X1 – Leistungsaufnahme

  • X2 – Motorausgänge und hohe Lasten

  • X3 – Steuersignale und Messtechnik

  • X4 – Kommunikations- oder Feldbusanschlüsse

Eine klare, dauerhafte Beschriftung jeder Klemmenleiste ist kein optionales Extra – sie ist für eine sichere und effiziente Wartung unerlässlich. Verwenden Sie gedruckte Beschriftungsstreifen anstelle von handgeschriebenen Etiketten und stellen Sie sicher, dass diese feuchtigkeits- und abriebfest sind.


Platz für zukünftige Erweiterungen reservieren

Industrie-Schalttafeln sind selten statisch; neue Maschinen, zusätzliche Sicherheitseinrichtungen oder modernisierte Steuerungen erfordern im Laufe der Zeit mit ziemlicher Sicherheit zusätzliche Stromkreise. Eine von Anfang an vorgenommene Planung für Erweiterungen ist weitaus kostengünstiger als der spätere Umbau eines überfüllten Schaltschranks. Um auf das Unvermeidliche vorbereitet zu sein, beachten Sie diese einfachen Vorkehrungen:

  • Lassen Sie an jedem Ende jeder DIN-Schiene mindestens fünf leere Modulpositionen frei.

  • Halten Sie mindestens einen freien vierpoligen MCB-Steckplatz für einen neuen Abzweigstromkreis bereit.

  • Lassen Sie auf jeder Klemmenleiste zwei oder drei freie Positionen frei.

  • Stellen Sie sicher, dass die Kabelkanäle nach der Erstverdrahtung zu höchstens 50 % gefüllt sind.

Dieser vorausschauende Ansatz verursacht kaum zusätzlichen Platzbedarf im Gehäuse, spart jedoch viel Zeit und Geld, wenn später Änderungen erforderlich werden. Denken Sie an die Schalttafel, die Sie in fünf Jahren benötigen werden, nicht nur an die heutige.


Achten Sie auf eine ordnungsgemäße Beschriftung und Dokumentation

Eine noch so schön verdrahtete Schalttafel ist nahezu nutzlos, wenn niemand ihren Aufbau ohne langes Suchen nachvollziehen kann. Jede Komponente sollte mit einem nummerierten Etikett versehen sein, das direkt dem Schaltplan entspricht, und dasselbe Etikett sollte zur schnellen visuellen Identifizierung auf der Rückseite des Schaltkastens neben dem Gerät angebracht werden. Eine laminierte Kopie des vollständigen Schaltplans muss an der Innenseite der Gehäusetür befestigt werden, vorzugsweise in einer wasserdichten Plastikhülle, damit Techniker darauf zurückgreifen können, ohne separate Ausdrucke mit sich führen zu müssen.

Das Etikett an der Tür sollte außerdem folgende Angaben enthalten:

  • Nennspannung der Schalttafel.

  • Kurzschlussstromfestigkeit (SCCR).

  • Maximale Gesamtlast in Ampere.

Darüber hinaus erleichtert das Führen einer vollständigen Stückliste mit Bestellnummern für jedes installierte Gerät die Nachbestellung und den Austausch. Eine gute Dokumentation macht aus einer komplexen Baugruppe eine überschaubare und wartungsfreundliche Anlage. Die farbliche Kennzeichnung der Kabel ist ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme, die die Beschriftung ergänzt.


Abschließende Überprüfungen vor der Montage

Bevor Sie Befestigungslöcher bohren oder mit dem Einbau von Komponenten beginnen, führen Sie einige wichtige Überprüfungen durch, um kostspielige Fehler zu vermeiden. Vergewissern Sie sich, dass die Gesamtbreite aller Geräte zuzüglich des reservierten Freiraums die verfügbare DIN-Schienenlänge nicht überschreitet. Überprüfen Sie bei dreiphasigen Systemen noch einmal die Phasenfolge, um Probleme mit der Motordrehung zu vermeiden. Vergewissern Sie sich, dass die Neutralleiter- und die Erdungsschiene über genügend Klemmen für alle Anschlüsse verfügen und dass der Schutzerdungsleiter die richtige Querschnittsgröße aufweist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Stückliste vollständig ist und für jedes Teil die richtigen Bestellnummern enthält. Überprüfen Sie die Trennung zwischen Wechselstrom- und Gleichstrom-Steuerbereichen und stellen Sie sicher, dass alle Kühlabstände eingehalten werden. Bereiten Sie schließlich alle Beschriftungsmaterialien – Aderendhülsen, Beschriftungsstreifen und das laminierte Schaltbild – vor, damit Sie diese während der Montage anbringen können, ohne den Arbeitsablauf zu unterbrechen. Die Befolgung dieser einfachen Überprüfungen erspart Ihnen stundenlange Nacharbeiten und sorgt für einen Verteilerkasten, der über Jahre hinweg zuverlässig funktioniert.

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